Liebe Community,

erinnert ihr euch an das Jahr 2024? Wir sind mit PaiperOne angetreten, weil wir eine klare Überzeugung hatten: KI muss sicher, rechtskonform und ethisch gestaltet werden – und gleichzeitig für Menschen steuerbar und sinnvoll nutzbar bleiben.

Seit unserer Gründung haben wir unzählige Gespräche geführt. Wir haben mit CEOs über Strategien diskutiert, mit Compliance-Verantwortlichen über die Tücken von Excel-Listen geflucht und mit Teams die ersten KI-Gehversuche gewagt. Aus all diesen Erfahrungen, dem Feedback unserer Kundinnen und Kunden und der intensiven Arbeit unseres Teams ist etwas Neues entstanden.

Heute ist es soweit: Aus der Vision von PaiperOne wird etwas sehr Konkretes.

HUMABLY – das AI Office. Eine KI-Stabsstelle, die Strategie, Governance, Technologie und Befähigung zusammenbringt.

Was wir in zwei Jahren gelernt haben

Die meisten Organisationen nutzen KI längst. Sie steuern sie nur nicht systematisch. Und der Grund dafür ist nicht fehlende Technik, denn Werkzeuge gibt es im Überfluss. Fachabteilungen starten Piloten. IT stellt Tools bereit. Datenschutz und Compliance definieren Regeln. HR beschäftigt sich mit Kompetenzen. Führungskräfte entscheiden über Budgets.

Alle tun etwas. Aber wer verbindet die einzelnen Aktivitäten zu einem gemeinsamen Bild?

Genau an diesem Koordinationspunkt steht das AI Office.

Die Technik ist nicht das Problem – die organisatorische Umsetzung schon eher. Fast alle Governance-Prozesse beginnen mit der Frage: „Darf ich das?“

Diese Frage setzt voraus, dass jemand bereits eine Idee für die Nutzung von KI hat und weiß, dass sie genehmigungspflichtig ist. Beides trifft in der Breite vieler Unternehmen noch nicht zu. Also passiert nichts — oder es passiert heimlich.

Wir haben die Frage deshalb umgedreht. Unser Prozess beginnt mit: „Wo klemmt es bei euch?“

Mitarbeitende beschreiben einen Anwendungsfall oder eine Aufgabe, nicht eine Technologie. Wo verlieren sie Zeit? Was dauert zu lange? Was machen sie heute zum fünften Mal? Wo werden Informationen immer wieder von A nach B übertragen?

Aus solchen Fragen entstehen Use Cases. Und erst danach stellt sich die Frage, ob und wie KI dabei sinnvoll eingesetzt werden kann.

Damit läuft Governance nicht hinter dem Innovationsprozess her. Sie wird in ihn integriert: Use Case, Einordnung, Risiko, Datenschutz, Security, Rollen, Verantwortlichkeiten und notwendige Nachweise werden Schritt für Schritt mitgedacht.

Das hat einen weiteren Effekt: Wenn Mitarbeitende beschreiben, wo ein Problem liegt, beschreiben sie häufig gleichzeitig ihren Arbeitsprozess. Aus einer KI-Idee wird damit auch eine Gelegenheit für Prozessverständnis, Wissenssicherung und Organisationsentwicklung.

Was ein AI Office dabei leisten kann

Ein AI Office ist keine weitere Abteilung und kein weiteres Tool. Es ist eine organisatorische Funktion, an der unterschiedliche Perspektiven zusammenlaufen: Strategie, Technologie, Governance, Menschen und Veränderung.

Drei Bestandteile, die wir kombinieren:

  • Menschen. Wir machen die Arbeit gemeinsam mit euch. Erfassen, einordnen, dokumentieren, vorbereiten — mit benannten Ansprechpersonen, die aktiv gestalten und für das fachliche Urteil geradestehen.
  • Plattform. KI-Landschaften, Register, Use Cases, Risikoeinstufungen, Rollen, Pflichten und Nachweise müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Hier entstehen die Daten, auf denen eure Entscheidungen beruhen — und sie bleiben, auch wenn die zuständigen Personen das Unternehmen verlassen. Kommt es zu einer Prüfung, liegt der Nachweis auf Knopfdruck vor.
  • Befähigung. Mitarbeitende müssen nicht nur wissen, was KI ist. Sie müssen wissen, wie sie KI in ihrer konkreten Arbeit sinnvoll, kritisch und verantwortungsvoll einsetzen können. Das bedeutet Grundlagen für alle und vertiefende Kompetenzen für jene Rollen, die besondere Verantwortung tragen.

Diese drei Ebenen bedingen einander. Governance ohne Kompetenz erzeugt Formulare. Kompetenz ohne Governance kann Schatten-KI begünstigen. Erst das Zusammenspiel schafft die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI.

Eine andere Perspektive auf KI-Governance

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus unserer Arbeit ist deshalb diese: AI Governance beginnt nicht beim KI-Tool. Sie beginnt bei der Arbeit.

Mitarbeitende denken nicht in Risikoklassen, Modellen und Artikelnummern des AI Acts. Sie denken in Aufgaben:

  • „Das dauert jeden Tag zwei Stunden.“
  • „Das mache ich heute schon zum fünften Mal.“
  • „Dafür kopiere ich jedes Mal Daten von A nach B.“
  • „Diese Information muss ich jedes Mal aufs Neue zusammensuchen.“

Genau dort beginnt die Verbindung von Innovation und Governance. Denn erst wenn eine Organisation weiß, wo KI eingesetzt wird, wo sie eingesetzt werden könnte und welche Auswirkungen damit verbunden sind, kann sie sinnvoll entscheiden, welche Anwendungen sie fördern, welche sie genauer prüfen und wo sie bewusst Grenzen setzen möchte.

Wer entscheidet

Ihr entscheidet. Wir strukturieren die Frage und dokumentieren die Entscheidung.

AI Governance bedeutet für uns nicht, Entscheidungen für eine Organisation zu treffen. Es bedeutet, die Informationen, Prozesse und Verantwortlichkeiten so zu strukturieren, dass Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden können.

Vom einzelnen Use Case zur Organisation

Vielleicht liegt genau hier auch die wichtigste Veränderung, die wir in den vergangenen Jahren beobachtet haben. 2024 ging es häufig um die Frage: „Was kann KI?“ Danach kam: „Was dürfen wir mit KI?“ Heute wird die Frage zunehmend: „Wie wollen wir KI in unserer Organisation eigentlich gestalten?“

Diese Frage lässt sich nicht allein von IT, Compliance, Datenschutz, HR oder einzelnen Fachabteilungen beantworten. Sie betrifft die Organisation als Ganzes. Und genau deshalb braucht es eine Funktion, die diese Perspektiven zusammenführt. Für uns ist das das AI Office.

Aus dieser Erkenntnis ist HUMABLY entstanden.

PaiperOne war der Ausgangspunkt. HUMABLY ist die Weiterentwicklung unserer Arbeit: mit einem AI Office als organisatorischem Ansatz, einer Plattform für Governance und einem starken Fokus auf AI Literacy und Befähigung.

Denn die zentrale Frage ist nicht mehr, ob Unternehmen KI nutzen. Die Frage ist, wie sie dafür sorgen, dass diese Nutzung nachvollziehbar, verantwortungsvoll und für die Menschen in der Organisation sinnvoll bleibt.

Und genau an dieser Frage werden wir auch in den kommenden Monaten weiterarbeiten – gemeinsam mit unseren Kund:innen, Partner:innen und dem wachsenden Netzwerk an Expert:innen, das uns auf diesem Weg begleitet.

Der Name ist dabei Programm: Human + Enablement. Human enablement for trustworthy AI.

Denn wir glauben nicht an KI als Selbstzweck. Wir glauben an Organisationen, die KI verstehen, verantwortungsvoll einsetzen und zunehmend selbst gestalten können.

Alles Liebe,
Gabi und Carina
CEOs & Founders, HUMABLY by PaiperOne